mza Medizinzentrum Alser Straße 1080 Wien

Ergotherapie: Verbesserung von Bewegung und Feinmotorik

Eine Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, Sie bei der Durchführung für Sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit, in Ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.
(Definition des DVE Deutscher Verband der Ergotherapeuten)

Behandelt werden je nach Fachbereich physische, psychische und auch soziale Beeinträchtigungen, die infolge von Krankheiten, Unfällen oder Entwicklungsstörungen aufgetreten sind. Die Ergotherapie ist daher in allen medizinischen Fachbereichen vertreten, z.B. Orthopädie, Unfallchirurgie, Rheumatologie, Neurologie, Pädiatrie oder Geriatrie.

Ergotherapie bei Erkrankungen und Verletzungen an der Hand

Flaschen öffnen, die Computer-Maus bedienen, Einkaufstaschen tragen, Schraubverschlüsse öffnen, Münzen aus der Geldtasche nehmen, Schlösser aufschließen oder die tägliche Körperpflege,… All diese Tätigkeiten können nach Verletzungen, Operationen oder bei Erkrankungen der Hand schwerfallen oder nur mit Schmerzen möglich sein.

Die Ergotherapie unterstützt Sie dabei, Ihren Alltag wieder möglichst selbstständig zu bewältigen. Individuell auf Ihre Beschwerden und Bedürfnisse abgestimmt, gehört zur Ergotherapie u.a. die Verbesserung der Beweglichkeit und Feinmotorik, Steigerung der Handkraft und Geschicklichkeit. Zusätzlich beinhaltet die Ergotherapie Sensibilitätstraining, Gelenkschutz, Schienenherstellung, Narbenbehandlung sowie die Auswahl geeigneter Hilfsmittel zur Erleichterung des Alltags.

Bei folgenden Beschwerden kann die Ergotherapie zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen:

Indikationen für Ergotherapie

  • Arthrosen der Fingergelenke
  • Rheumatoide Arthritis an der Hand
  • Sehnenscheidenentzündung
  • RSI („Maus-Arm“)
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Nach Ruhigstellung bei Frakturen
  • Operationen an Sehnen, Gelenken und Bändern der Hand und Finger
  • Narben, welche die Handfunktion einschränken

Was passiert bei Ergotherapie?

Je nach Indikation beginnt die Therapie mit einer genauen Befundaufnahme mittels Funktionsprüfung, Gelenksmessung, Muskel- und Sensibilitätstest, Überprüfung von Geschicklichkeit und Greiffunktion sowie Kraftmessung. Im Anschluss legen TherapeutIn und PatientIn gemeinsam Therapieziele fest, um ein individuelles Therapieprogramm zusammenstellen zu können. Im Laufe der Ergotherapieserie werden die Fortschritte regelmäßig überprüft und das Therapieprogramm entsprechend angepasst.

Folgende Maßnahmen können das Programm der Ergotherapie beinhalten:

Verbesserung der Beweglichkeit
Durch lange Ruhigstellung oder Schmerzen z.B. bei Entzündungen kann die Beweglichkeit und damit die Handfunktion beeinträchtigt sein. Aktive sowie passive Mobilisation und funktionelle Übungen vergrößern den Bewegungsumfang.

Steigerung der Kraft
Manche Tätigkeiten im Alltag brauchen einen kraftvollen Griff, wie beispielsweise das Öffnen einer Flasche. Übungen mit Knetmasse oder Widerstandsklammern führen zu einer Kräftigung der Muskeln und machen die Hand wieder einsatzfähig.

Verbesserung der Feinmotorik
Zu einer guten Handfunktion gehört nicht nur Beweglichkeit und Kraft, sondern auch ein gutes Zusammenspiel der Finger. Funktionelle Übungen und therapeutische Spiele, die einen Bezug zu Ihrem Alltag haben fallen in diese Kategorie. Dazu zählen z.B. das Aufnehmen und Ablegen von Münzen.

Sensibilitätstraining
Nach Nervenläsionen oder Operationen kann das Spüren von Berührungen entweder zu wenig gespürt oder als unangenehm intensiv wahrgenommen werden. Durch gezielte Übungen werden die überempfindlichen oder gefühllosen Bereiche der Hand deaktiviert (desensibilisiert) oder wieder aktiviert.

Gelenkschutz
Bei manchen Erkrankungen besteht ein Missverhältnis zwischen Belastbarkeit und Belastung. Dies kann sowohl die Gelenke betreffen (Arthrosen), aber auch die Sehnen und Muskeln (Sehnenscheidenentzündung). Auch bei Arthritis belasten die Alltagsbewegungen die Gelenke und führen zu Schmerzen, Schwellungen und in weiterer Folge zu Veränderungen der Gelenksstellungen. Durch Gelenksschutzinstruktionen und die daraus resultierenden Veränderungen von Arbeitsabläufen wird die Belastung der Gelenke reduziert.

Anfertigung von Handschienen
Ergotherapeutische Schienen aus thermoplastischem Kunststoff werden direkt an Ihrer Hand angeformt und können folgende Aufgaben haben:

  • Ruhigstellung nach Verletzungen oder Operationen
  • Ruhigstellung bei Schmerzen (z.B. Arthrose des Daumengrundgelenks)
  • Verhinderung oder Korrektur von Deformitäten (z.B. bei der Rheumatoiden Arthritis)
  • Unterstützung der Handfunktion
  • Verbesserung der Beweglichkeit

Hilfsmittelversorgung
Zur Entlastung von Gelenken oder auch bei permanentem Verlust von bestimmten Handfunktionen kann durch Hilfsmittel die Selbstständigkeit im Alltag dennoch erhalten werden.

Narbenbehandlung
Wenn Narben hart und mit dem darunterliegenden Gewebe verklebt sind, können sie die Beweglichkeit der Gelenke beeinträchtigen und auch Schmerzen verursachen. Spezielle Massagetechniken, Druckverbände und Silikonauflagen sollen die Narbe möglichst weich und verschieblich machen.

ERGOTHERAPEUTIN IM­ mza

Bettina Hamerl